Wenn mich jemand fragt, was ich beruflich mache, ist es gar nicht so leicht, darauf eine einfache Antwort zu geben. Auf meiner Visitenkarte steht Manager EHSQ. Aber was ist das überhaupt?
EHS ist eine aus dem Neudeutsch stammende Abkürzung und bedeutet ‚Environment Health & Safety’, also Umwelt- und Gesundheitsschutz & Arbeitssicherheit. Das Q steht für Quality, also Qualität. Damit sind zwar die Begriffe geklärt, aber noch nicht die Tätigkeit. Als EHSQ-Manager ist man mit allem beschäftigt, was in diesen Themenkreis fällt. Dies können zum Teil sehr verschiedene Dinge sein. Daher kann man auch sagen, dass der EHSQ-Manager eine Zusammenfassung verschiedener, einzelner Funktionen ist.
In meinem Fall heißt das, dass ich nach meiner Berufsausbildung zum Laboranten, einerseits Technische Chemie an der Hochschule Niederrhein studiert, andererseits auch noch zusätzlich eine Qualifikation als Sicherheitsingenieur habe. Weiterhin besitze ich Zusatzqualifikationen und Zertifikate als Umweltreferent, Umweltmanagement-Beauftragter, Umweltauditor, Sachkundiger für Umweltschutz, Fachkundige Person gemäß §9 Entsorgungsfachbetriebsverordnung, Betriebsbeauftragter für Abfall, Fachkundige Person gemäß §3 Transportgenehmigungsverordnung, Gefahrgutbeauftragter, Sachkundiger gemäß §5 Chemikalienverbotsverordnung, Datenschutzbeauftragter, Netzwerkadministrator und betrieblicher Ersthelfer.
Derzeit bin ich bei der Firma InfraTec, der Infrastrukturgesellschaft des Chemieparks in Duisburg, als Bereichsleiter des EHSQ-Bereichs tätig. Auf dem Gelände sind die Firmen InfraTec, HEXION Specialty Chemicals, RÜTGERS Germany, RKS, Bozzetto und ChemTrade ansässig, die für den Bereich der EHS-Dienstleistungen betreut werden. Als EHSQ-Manager (Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz, Qualitätsmanagement) führe ich alle EHSQ-relevanten Funktionen der Firma. Zu meinem Bereich gehören die Abteilungen Umweltschutz/Genehmigungsmanagement, Arbeitssicherheit, Werkfeuerwehr, Werkschutz, Werkärztlicher Dienst, und Qualitäts- und Umweltmanagement mit insgesamt 46 MA (17 + 29 nebenberufliche Feuerwehr).
Ich war nach meinem Studium langjährig tätig als Product-Safety Coordinator, Material Technology Coordinator, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Qualitätsmanager, Umweltmanagementbeauftragter und Auditor in der Chemie-, Halbleiter- und Automobilzulieferindustrie.
Der klassische EHS-Manager ist eine interne Stabsfunktion, die sich mit allen Facetten des Themengebietes rund um die Bereiche Arbeitsschutz, Produktsicherheit, Verfahrenssicherheit, Entsorgung, Umwelt- und Gesundheitsschutz beschäftigt.
Zuvor war ich als Manager Sicherheits- und Umweltschutzdienstleistungen bei PPG Industries Lacke GmbH in Wolfsburg beschäftigt. Wir hatten im Jahre 2005 beschlossen, den klassisch als interne Stabsfunktion gedachten EHS-Bereich, auch extern zu vermarkten, insbesondere da wir in vielen Bereichen führend oder zumindest sehr fortschrittlich sind. Daher boten wir Service im EHS-Bereich auch externen Firmen an.
Ich leitete dort den EHS-Bereich mit 5 Mitarbeitern, die deutschland- und europaweit im Einsatz waren und Sicherheits- und Umweltschutzprojekte direkt beim Kunden betreuten. Unser Produktportfolio deckte das komplette Themengebiet von Managementsystemen, Arbeitssicherheit, Gefährdungsanalysen, Prävention, Schulung, Entsorgungskonzepten, Prozessoptimierung bis hin zum Betrieb ganzer Prozesswasser-Aufbereitungsanlagen mit eigenem Personal beim Kunden vor Ort.
Besonders erfolgreich waren wir mit der Einführung von 5S, einem Element der japanischen Philosophie Kaizen, die nicht erst mit den phantastischen Erfolgen von Toyota Einzug in die Wirtschaft gehalten hat. Nach einer äußerst zügigen Einführung waren wir im Konzernvergleich an der Spitze.
Weiterhin hatte ich mir Gedanken dazu gemacht, wie man den Bereich Arbeitssicherheit noch weiter voranbringen kann, obwohl wir im technischen Bereich sehr viel Verbesserungen bereits erreicht hatten und an eine natürliche Grenze kamen, bei der Verbesserungen kam noch möglich waren. Daher hatte ich ein System entwickelt, welches ich VBS taufte. VBS steht für ‚Verhaltensbasiertes Sicherheitssystem’ und ist ein psychologisch basiertes System, welches auch bei im Arbeitsschutz weit fortgeschrittenen Firmen noch nachhaltige Verbesserungen bringen kann. An diesem System hatte auch die Berufsgenossenschaft Interesse, bei der ich es 2006 vorgestellte.
Während meines Studiums betrieb ich eine kleine Firma zum Vertrieb von Hard- und Software und zur Schulung und Beratung. Da ich zeitgleich mehrere Jahre auch bei der Volkshochschule als Referent tätig war und dort bis zu 6 EDV-Kurse pro Woche gab, wurde ich regelmäßig von Kursteilnehmern angesprochen, sodass sich die Gründung der Firma zwangsläufig ergeben hat. Mit Beginn meiner Tätigkeit bei PPG beendete ich die Selbständigkeit.
Ab 2002 führte ich dann erneut eine selbständige Tätigkeit aus und zwar als Buchautor und Verleger. Siehe www.hillenkampverlag.de