Geschichte der Familie Hillenkamp

von Rudolf Hillenkamp

Es ist nicht meine Absicht, mir auch nicht möglich, eine vollständige Geschichte der Familie Hillenkamp zu schreiben. Ich konnte nur aus den mir nahe liegenden Quellen schöpfen, den Registern und Akten beider katholischer Pfarreien in Geseke, soweit sie mir zugänglich waren, und den Stiftsakten im Staatsarchiv zu Münster nur in der Form von Abschriften aus denselben und aus mündlichen Überlieferungen älterer Familienmitglieder.

Da im 17., 18.und bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts die Angehörigen der Familie Hillenkamp mit wenigen Ausnahmen in ihrer Heimatstadt Geseke blieben, so konnte ich die Geschichte dieser Personen fast vollständig darstellen. Es muss meinen Nachfahren und den übrigen, jetzt in den verschiedensten Orten des In- und Auslandes ansässigen Familien überlassen bleiben, die Geschichte der Familie weiter auszubauen, im besonderen festzustellen, wann und wo die Familie ihren Ursprung genommen hat, eingedenk der Dichterworte von Johanna Baltz:

"Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt! Der ihrem Wesen nachforscht, ihren Sitten, die Wege wandelnd, die sie einst geschritten, zu ihnen rückwärts die Gedanken lenkt, dem die Geschichte seines Heimatlandes, das Schönste, Wissenswerteste erscheint, der nie vergisst des wundersamen Bandes, das ihn mit jenen innerlich vereint."


Der Name Hillenkamp stammt ohne Zweifel aus dem Mittelalter und ist ursprünglich als "Beiname" anzusehen. Bis fast zum Ende des 14. Jahrhunderts kannte man für eine Person nur einen Rufnahmen, dem man gewöhnlich einen Beinahmen beifügte, den man aus der körperlichen Beschaffenheit, dem Berufe oder Handwerk, dem Orte in der Feldmark, in dem er sein Gehöft hatte, aus dem Orte seiner Herkunft usw. entnahm.

Das Wort "Hillenkamp" setzt sich zusammen aus den Worten "Hillen" und "Kamp", lat. campus = Feld. Das Wort "Hillen" kommt her entweder von "hiltja" = Schlacht oder "hilgen" = heiligen, Hillenkamp kann somit heißen: "Schlachtfeld" oder "Heiligenfeld". Der, dem man diesen Beinamen gab, hatte demnach seinen Wohnsitz -Hof- an einem Orte in der Feldmark, den man im jetzigen Hochdeutsch "Schlachtfeld" oder "Heiligenfeld" nannte in Erinnerung an ein dortselbst vorgekommenes besonderes Ereignis. Der daselbst Ansässige hieß demnach beispielsweise plattdeutsch "Hinrik van deme Hillenkamp" lateinisch "Henricus dictus Hillenkamp".

Das Wort Hillenkamp wurde dann im Laufe der Zeit zum Familiennamen. Da Familiennamen mit der Endung "kamp" wohl nur in Westfalen, insbesondere im östlichen Münsterland vorkommen, so ist der Schluss berechtigt, dass die Familie Hillenkamp ursprünglich im letzteren ihren Wohnsitz hatte. Alle Personen, die zurzeit diesen Familiennamen führen und zumeist in Westfalen wohnen, sind verwandt miteinander. Im Rheinland gibt es Familien, die Hillekamp oder Hillekamps heißen. Auch diese dürften aus Westfalen stammen und ursprünglich Hillenkamp geheißen haben. Durch die bei den Rheinländern bestehende Gewohnheit, in einem Namen einen Buchstaben, hier das "n" beim Sprechen zu verschlucken oder hinten ein "s" anzuhängen, hat der ursprüngliche Name im Laufe der Zeit sich verändert.

Der erste Träger des Namens Hillenkamp in Geseke ist Jobst oder Jodocus Hillenkamp. Im Kirchenregister der Stiftspfarre heißt es kurz: "1643 18/10. cop. Jobst Hillenkamp et Gerdraut Hermesen". Mit diesen Worten ist er in Geseke eingeführt. Wann er geboren ist, woher er kam, wie lange er schon in Geseke war, wie seine Eltern heißen und welchen eigentlichen Beruf er um diese Zeit oder vorher hatte, ist bisher als sicher nicht zu ermitteln gewesen. Es ist zu vermuten, dass er von Lippstadt her nach Geseke kam. Denn bei mehreren seiner Kinder ist die "Noveroa Lippiensis", die Stiefmutter in Lippstadt, die "Lippiensis" oder "Matrona Lippiensis" in den Kirchenregistern als Patin angegeben. Nach den Bürgerregisteren der Stadt Lippstadt hat im Jahre 1610 ein Berndt Hilgenkamp den Bürgereid geleistet. Nähere Angaben fehlen. War vielleicht dieser sein Vater? Die Möglichkeit ist vorhanden, da "Hilgenkamp" dieselbe Bedeutung hat wie "Hillenkamp".

Da in Lippstadt die Kirchenregister erst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts eingeführt sind, ist nichts weiteres zu ermitteln, denn um diese Zeit waren seine Eltern längst gestorben. Bei seinen Kindern ist außer der Stiefmutter niemals einer seines Namens als Pate aufgeführt, woraus geschlossen werden kann, dass Geschwister oder nähere Verwandte nicht vorhanden waren. Auch aus den städtischen Akten, die allerdings seit Jahren ungeordnet auf dem Boden und im Keller des Rathauses liegen, ist nichts herauszuholen. Die so wichtigen "Bürgerlisten" sind nach Mitteilung der Stadtverwaltung nicht mehr vorhanden. Über das Verschwinden wertvoller Akten und Urkunden aus dem Archiv der Stadt und den Archiven der beiden Kirchen, besonders in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nach Einführung besoldeter Bürgermeister, will ich mich nicht weiter einlassen. Fanatische Historiker und Sammler alter, wertvoller Akten und Urkunden hat es immer gegeben und wird es auch weiter geben.

Nach Familientradition wurde Jobst Hillenkamp in das freiweltliche, adelige Damenstift zu Geseke berufen, ob als Soldat zum Schutze desselben im 30jährigen Krieg oder als eine Art landwirtschaftlicher Verwalter, steht nicht fest. Er soll sich große Verdienste um das Stift erworben haben. Aus verschiedenen Vorkommnissen und Tatsachen in seinem Leben ist zu schließen, dass er in naher Beziehung zum Stift stand. Bis in die 60er Jahre des 17. Jahrhunderts hatte er seinen Wohnsitz auf der Mühlenstrasse und gehörte auffallender Weise zur Stiftspfarre. Er wurde in der Stiftskirche zweimal getraut und seine Kinder bis dahin dort getauft. Da aber die ganze Mühlenstrasse zur Zeit zur Stadtpfarre gehörte, so ist anzunehmen, dass das Stift, wie außer dem Stiftskomplex in der Stadt an mehreren andern Stellen, auch auf der Mühlen-Strasse eine Besitzung hatte, in der er wohnte.

Ferner hatte Jobst von dem Stift etwa 60 Morgen Streugüter in der Geseker Feldmark in Pacht und vom Kloster Abdinghof zu Paderborn einen Garten vor dem Viehtor in Erbpacht. Was er sonst "eigentümlich" besaß, ist nicht zu ermitteln. Er war, wie solches damals bei fast allen sonstigen Berufen - Kaufleuten, Wirten, Advokaten usw. - vorkam, wenn zunächst nicht im Hauptberuf, nebenher auch Landwirt. Im Kirchenregister heißt es dann weiter: "1666 11/5 Baptizata est Theodora Wilhelmina, filia alicuius Mendici coeci in Xenodochio tum morantis. Patrini praenobilis Theodora Wilhelmina a Möllenbeck f'r D. Abba'et Hillenkamp filia." Dass die Äbtissin des Damenstifts bei der Tochter von Jobst, Pate war, lässt auf ziemlich enge Beziehungen der Familie zum Stift schließen.

Endlich noch Folgendes:
Gegen  Mitte der 60er Jahre des 17. Jahrhunderts finden wir Jobst Hillenkamp im Besitz des größten Gehöfts in der Mitte des "Hellwegs" mit der Front nach Süden. Die Besitzung, zu der mehrere Wohnhäuser, Scheunen usw. gehörten, zog sich zwischen Rosen-Strasse und Steinweg weit nach Norden bis an den sogenannten Spiegel'schen Garten und war bereits im Jahre 1370 (Anmerkung: Siehe meinen Aufsatz in No. 31 und 32 der "Geseker Heimatblätter"), seit langen Jahren ein Meierhof des Stiftes, zu dem zwei Meiergüter gehörten. Um die genannte Zeit hatte eine Familie Sculthetinc nebst deren Vorfahren den Hof und die beiden Meiergüter seit langem in Besitz, d.h. sie waren von dem Stift damit bemeiert worden. Eigentümlicher Weise gehörte dieser Meierhof schon damals nicht zur "Stiftspfarre", vielmehr als einzige Besitzung auf dem großen Hellwege zur Stadtpfarre. Jobst Hillenkamp betrieb auf dem Gehöft Landwirtschaft und hatte daneben einen Gastbetrieb, den man damals "Herberge" nannte, woselbst alle Reisenden, arm und reich, vornehm oder gering, in den nur für sie bestimmten Häusern Unterkunft und angemessene Verpflegung fanden, ein jeder nach seinem Stande. Diese Besitzung, gelegen an der großen Heerstrasse, dem Hellweg - via regia -, war trotz kriegerischer Zeiten für die Familie Hillenkamp bis zur Erbauung der Eisenbahn, stets eine Quelle der Wohlhabenheit.

Wie und auf welche Weise kam Jobst Hillenkamp in den Besitz dieses Gehöftes? Ist er damit von Stift bemeiert, hat er es vom Stift käuflich erworben oder hat es ihm das Stift aus Dankbarkeit für geleistete Dienste geschenkt? Diese Fragen können nur auf Grund der Stiftsakten im Staatsarchiv zu Münster gelöst werden. Da es mir nicht möglich ist, die fraglichen Stiftsakten zu studieren, so empfehle ich meinen Nachfahren dringend diese Arbeit. Es würde dann manches, was heute noch dunkel ist, geklärt werden.

Was die Persönlichkeit des Jobst Hillenkamp betrifft, so scheint er ein vornehmer, gebildeter und vermögender Mann gewesen zu sein. Nach den Anschauungen der damaligen Zeit war es für einen Fremden, einen Neubürger, schwer in den Kreis der angesehenen, führenden Familien einer Stadt, der sog. ratsfähigen, einzudringen und Würden und Ämter zu erlangen.

Jobst Hillenkamp wurde nach kurzer Zeit unter die ratsf ähigen Bürger aufgenommen. Er verkehrte bei den ersten Familien der Stadt, war Pate bei deren Kindern, und Angehörige derselben bei seinen Kindern. Als Besitzer des größten Gehöfts in der Stadt wählte ihn die "Hellweger Hudegenossenschaft" lange Jahre zu ihrem Vorsitzenden, dem "Weideherrn". Er starb am 26.5.1676 als Kämmerer. "1676 26/5 obiit Jodocus Hillenkamp camerarius" heißt es im Kirchenregister.

Das Amt eines Kämmerers war das nächste nach dem Bürgermeister. Es war häufig die Vorstufe zu diesem Amt. In diese Ehrenämter konnten nur ratsfähige, akademisch gebildete Männer ehelicher Geburt und tadellosen Rufes gewählt werden. Das Leben von Jobst Hillenkamp hat sich während und in den Jahren nach dem 30jährigen Kriegt abgespielt.

Letzterer brachte Verheerungen, Not und Leiden, die Pest und sonstige epidemische Krankheiten über die Bevölkerung Deutschlands. In den Jahren nach dem Kriege, bis fast in den Anfang des 18. Jahrhunderts, trug man an den Folgen desselben. Für Jobst Hillenkamp kamen noch verschiedene Schicksalsschläge in der Familie hinzu. Seine erste Frau schenkte ihm einen Knaben, der am 7.8.1644 in der Taufe den Namen Andreas erhielt. Paten waren der Kämmerer Andreas Daniels und die lippische Stiefmutter. Am 6.6.1645 starb seine Frau im Kindbett; am 12. 5. 1647 heiratete Jobst Hillenkamp in zweiter Ehe die Anna Maria Twingen, aus altem, ratsfähigem Geseker Geschlecht, von dem ein Mitglied schon in einer Urkunde von 1468 genannt wird. Am 26.10.1651 starb Andreas Hillenkamp als Knabe.

Aus der zweiten Ehe gingen 8 Kinder hervor, von denen nur drei die Eltern überlebten. Es waren:

Anna Maria Hillenkamp geb. Twingen starb am 26.8.1674 im Kindbett.

Maria Elisabeth Hillenkamp heiratete am 11.4.1673 einen Trompeter der Kurkölnischen Besatzung namens Wilhelm Smith, der sich später Schmidt nannte. Aus dieser Ehe gingen mehrere Kinder hervor, bei denen wohl Mitglieder der Besatzung, niemals aber die Eltern und Geschwister Pate waren. Aus diesem Umstande ist mit Recht zu schließen, dass diese Ehe nicht als standesgemäß angesehen wurde. Maria Elisabeth Schmidt, geb. Hillenkamp starb schon in den 80er Jahren des 17. Jahrhunderts.

Der am 8.12.1669 getaufte Theodor Hillenkamp trat am 17.5.1688 in den Jesuitenorden ein, lehrte Grammatik, Humanitas, Philosophie und Moraltheologie, war Rektor in Hildesheim 19.3.1716 bis 1720, Superior in Büren 1720 -23, Rektor in Hildesheim 18.2.1723 bis 22.4.1726 und starb in Münster 5.9.1727.

Er hat das Jesuitendrama "Sigismundis" in Paderborn 1697 aufführen lassen. (siehe Sommervogel, Bibliothèque de la société Jésus, Band 9,791)

Wappen der Familie Hillenkamp und Rump, die bis zum Jahre 1880, dem Verkauf des Stammhauses der Hillenkamp, neben der Hausinschrift über der Haustür hingen. (siehe Hausinschriften der Stadt Geseke Seite 33)


Adam Heinrich Hillenkamp kam nach dem Tode seines Vaters, erst 21 Jahre alt, in den Besitz des väterlichen Gutes. Einige Monate nach dem Tode des Vaters, am 25.7.1676, heiratete er die Witwe Catherine Bussen, geborene Gruber. Diese frühzeitige Ehe mit einer zweifellos älteren Witwe wird er wohl deshalb geschlossen haben, weil das große Anwesen einer erfahrenen, tüchtigen Hausfrau sofort bedurfte. Aus dieser Ehe ging nur der am 27.4,1677 getaufte Johannes Florentinas hervor. Schon im Jahre 1677 starb Catharina Hillenkamp Am 11.1.1678 schloss Adam Heinrich Hillenkamp eine zweite Ehe mit Christina Regneri, der Tochter eines Arztes. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:

  1. Catharina Maria getauft 10.12.1678 Paten: Die Frau des Andreas Gruber und die Tochter des vornehmen de Bucholts,
  2. Anna Margaretha und Gertrud, Zwillinge getauft 16.11.1679
    Paten: Die Tochter des Adam Bertram und Heinrich Cale für die erstere, eine Gertrud B. und Andreas Gruber bei der andern.
  3. Clara Anna getauft 8.12.1683
    Paten: Die Frau des Richters Berlach und Heinrich Hesse,
  4. Johannes getauft 14.7.1686
    Paten: Bürgermeister Smiding und Kaufmann Caspar Wulff. + 4.9.1708 durch einen Fall aus der Bodenluke, (ex tabulato)
  5. Gerhard getauft 5.10.1688
    Paten: Gerhard Rump und die Ehefrau des Wilhelm Smidding,
  6. Theodor geboren 20.6.1690.
    Der Name der Paten fehlt. Wahrscheinlich war der Jesuitenpater Theodor Hillenkamp, der Onkel des Täuflings, Pate.
  7. Adam Anton getauft 17.7.1691
    Paten: Bürgermeister Buchholz und die Ehefrau Schmiding.

Nach dem Tode seiner zweiten Frau, geborene Christina Regneri, heiratete Adam Heinrich Hillenkamp in dritter Ehe am 28.11.1693 die Anna Margaretha Brandenburg, die Angehörige einer alten Ratsfamilie. Aus dieser Ehe gingen nur zwei Kinder hervor:

  1. Bernard Heinrich getauft 14.9.1694
    Paten: Bernard Engel und die Tochter des verstorbenen Kämmerers Daniels.
  2. Conrad Wilhelm getauft 1.1.1700
    Paten: Wilhelm Hesse und Gertrud Cale, beide uralten Geseker ratsfähigen Familien angehörend.

Adam Heinrich Hillenkamp war in den Jahren 1686, 1689, 1693, 1699, 1703 und 1709 Kämmerer der Stadt Geseke. Er starb bzw. wurde beerdigt am 11.5.1709, erst 54 Jahre alt. Seine Witwe starb bzw. wurde beerdigt am 2.5.1735.

Bezüglich des Adam Heinrich Hillenkamp befindet sich in der Matrikel der Universität Paderborn nachstehende Eintragung:"12.Novbr.1673 ex Theologis. Adamus Henricus Hillenkamp. Gesekensis C." Er studierte somit, 18 Jahre alt, an der Universität in Paderborn Theologie oder Philosophie.

Der am 27.4.1677 getaufte Sohn erster Ehe des Adam Heinrich Hillenkamp, Johann Florentinus, wird 1696 als Pater Florentinus des Franziskanerklosters zu Geseke aufgeführt.

Von den Töchtern zweiter Ehe des Adam Heinrich Hillenkamp namens Catharina Maria, Anna Margaretha und Gertrud hat sich anscheinend keine in Geseke verheiratet. Ob nach auswärts, ist nicht festzustellen. Seine Tochter Clara Anna heiratete in Geseke den Andreas Zimmersbach. Sein Sohn Adam Anton heiratete die Maria Juliana Bertram. Die Nachkommen der Kinder aus der 2. Ehe von Adam Heinrich Hillenkamp sind zum größten Teil ausgewandert. Ihr Aufenthalt ist nicht zu ermitteln gewesen. Es ist möglich, dass die im Rheinland vorkommenden Hillekamp oder Hillekamps von ihnen abstammen. Der letzte Nachkomme aus der genannten zweiten Ehe ist um die Mitte des vorigen Jahrhunderts hier gestorben. Von den beiden Söhnen aus der dritten Ehe des Adam Heinrich Hillenkamp widmete sich der älteste, Bernard, dem geistlichen Stande. Er war mehrere Jahre Pfarrer in Hirschberg bei Arnsberg, kehrte kränklich in seine Heimatstadt zurück und starb dortselbst als Vikar und kurfürstlicher Hofkaplan im Jahre 1737. Sein jüngerer Bruder Conrad Wilhelm Hillenkamp übernahm das väterliche Gut. Er heiratete am 21.10.1723 die Brigitte Rump, die Angehörige eines uralten Geseker Patriziergeschlechtes , das bereits in Urkunden des 14. Jahrhunderts genannt wird. 1400 war ein Johann Rump Kaplan an der Stadtkirche in Geseke. Der Bruder der Brigitta Rump war der Bürgermeister Dr. iur. utriusque Johann Rump in Geseke.

Dessen Frau war eine Nolten. Aus der Familie Rump sind eine ganze Reihe Kämmerer und Bürgermeister der Stadt Geseke, sowie viele Geistliche hervorgegangen. Die Besitzung der Rump lag am Hellweg, westlich der Besitzung der Hillenkamp. Die Familie Rump führte das vorstehend gezeigte Wappen. Sie ist in Geseke in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Die Rump waren Lehnsmänner des adeligen Stifts zu Geseke.

Aus der genannten Ehe gingen folgende Kinder hervor:

  1. Maria Juliana getauft 1724
    Paten: Wulff und Anton Hillenkamp,
  2. Adam Heinrich getauft 22.12.1726
    Pate: Pastor Bernard Hillenkamp in Hirschberg,
  3. Bernard Theodor getauft 29.3.1731
    Paten: Dr. Bernard Rump und Theodor Hillenkamp,
  4. Anna Brigitta Margaretha getauft 9.12.1733
    Paten: Margaretha Brandenburg und Elisabeth Bertram,
  5. Johann Christoph getauft 30.10.1736
    Paten: Canonikus ad St. Cyriacum Chriatophorus Fürstenberg und Johannes Weyer, Amtmann des Damenstifts,
  6. Heinrich Wilhelm Conrad getauft 19.2.1739 Pate: Heinrich Kothe,
  7. Maria Gertrud Franziska Elisabeth getauft 14.5.1742 Pate: Catharina Elisabeth Rump,
  8. Anna Maria Ursula Franzisca getauft 3.10.1744 Pate: Ursula Kaup.
    Diese heiratete am 18.8.1765 den Bürgermeister Caspar Anton Röingh in Rüthen, Schwager ihres Bruders Adam Heinrich Hillenkamp und Sohn des Bürgermeisters Dr. iur. utriusque Franz Caspar Röingh daselbst.

Brigitta Hillenkamp geborene Rump wurde am 21.5.1762 beerdigt.

Wilhelm Hillenkamp heiratete danach in zweiter Ehe die Witwe des Kämmerers Suermann, Elisabeth geb. Nolten. Diese Ehe blieb kinderlos.

Die "Nolten" waren wohl die älteste Familie der Stadt Geseke. Schon in Urkunden des Mittelalters finden wir sie als Nolten van Stalpe, benannt nach der früheren Bauernschaft Stalpe in der Feldmark von Geseke, aus der sie stammten. Der Familienüberlieferung nach zog ein Mitglied der Familie Nolten mit den Ordensrittern in das Balticum. Er siedelte sich dort an. Einer seiner Nachkommen zeichnete sich in den Kriegen gegen Polen und Litauen besonders aus und wurde vom Großmeister des Ordens zum Ritter geschlagen.

Als Wappen erhielt er drei Pflugschare mit dem Kreuz der Ordensritter unter der Helmzier. Als im Anfang des 15. Jahrhunderts das Ordensheer von den Polen und Litauern vernichtet war, zog einer seiner Nachkommen in die Heimatstadt seiner Vorfahren Geseke zurück und gründete dort den zwischen Bäck = Bachstrasse sich hinziehenden so genannten Nolten-Schulten-Hof. Das Stammhaus der Nolten, das schönste Bauernhaus der Stadt, mit reich verziertem Giebel, brannte kurz vor dem Weltkriege ab.

Die Nolten stellten der Stadt Geseke im 17. und 18. Jahrhundert eine große Anzahl Kämmerer und Bürgermeister. Eine Reihe Welt- und Ordensgeistliche sind aus ihnen hervorgegangen. Hervorzuheben ist noch der am 18.1.1783 getauft Caspar Nolten. Dieser trat in österreichische Dienste, machte als Hauptmann die Kriege gegen Napoleon I mit und starb in Lemberg im Jahre 1829. Eine große Anzahl von ihm aus dem Felde geschriebener Briefe sind noch vorhanden. Trägerin der Familientradition war seine Schwester, die am 21.8.1799 getaufte Franziska Nolten, gestorben 1876 in meinem väterlichen Hause auf dem Hellwege. Sie war die letzte des Namens Nolten in Geseke.

Die Nolten, in ihren männlichen Angehörigen zumeist große, stattliche Gestalten, alten Sachsenherzögen ähnlich, waren gleichfalls Lehnsmänner des adeligen Damenstifts zu Geseke. Zur Ehrung dieser alten Geseker Familie wurde die östlich an der Nolten'schen Besitzung vorbeiführende Gasse, die die Bachstrasse mit der Bäckstrasse verbindet, von der Polizeibehörde als "Noltengasse" bezeichnet.

Wilhelm Hillenkamp war in den Jahren 1739, 1741, 1742, 1744, 1751 und 1753 Kämmerer. Bürgermeister war er in den Jahren 1756, 1758, 1762, 1765, 1766, 1767, 1770, 1771, 1776 und 1777. Er war ein sehr wohlhabender Mann und besaß außer einem großen Grundvermögen - es sollen 1200 Morgen gewesen sein - neben dem ursprünglichen Gehöft auf dem großen Hellwege noch verschiedene Häuser, in denen einige seiner Söhne mit ihren Familien wohnten. Wird er im Kirchenregister erwähnt, so steht hinter seinem Namen stets das Wort "dives" = der Wohlhabende.

Am 19.10.1753 wurde Wilhelm Hillenkamp als Kämmerer von der Äbtissin Anna Luberta von Calenberg des freiweltlichen adeligen Damenstifts zu Geseke mit dem auf der scharfen Brede, in der Feldmark Geseke gelegenen "Stötersgut" belehnt und diese Belehnung am 23.1.1758 durch deren Nachfolgerin, Äbtissin Lucie von Wolff-Metternich, dem Bürgermeister Wilhelm Hillenkamp erneuert.

Nach seinem im Jahre 1778 erfolgten Tode (im Kirchenregister heißt es: "1778 5/8.: sepultus est praenobilis D. Wilhelmus Hillenkamp, consul, posteaquem ille longo iam tempore sese ad aeternitatem felicem praeparaverat, 78 annorum") ging das Lehngut auf seinen Sohn Christoph Hillenkamp über, der zuletzt am 10.11.1802 durch die Äbtissin Bernadine von Plettenberg-Lenhausen mit ihm belehnt wurde. (Zunächst am 12.4.1781 durch die Äbtissin Anna Regina von Siegen und nach deren Ableben von genannter) Die 1803 erfolgte Säcularisation des Damenstifts machte mit der Belehnung ein Ende.

Die Lehnsmänner nahmen an den Sitzungen des Lehngerichts in der Abtei teil und hatten in Stiftsbezirk und bei besonderen Gelegenheiten gewisse Vorrechte. Auch stand ihnen das Recht auf Benutzung eines Chorstuhles während des Gottesdienstes in der Stiftskirche zu.

Elisabeth Hillenkamp geb. Nolten wurde am 1.11. 1784 beerdigt.

Die älteste Tochter von Wilhelm Hillenkamp, Maria Juliana, heiratete im Jahre 1750 den Bürgermeister und Kirchenprovisor Adam Theodor Hesse, welch letzterer einem alten Geseker Patriziergeschlecht angehörte. Auch aus diesem Geschlecht gingen viele Kämmerer, Bürgermeister und Geistliche hervor. Hervorzuheben ist besonders Hans Hesse, der um die Mitte des 16. Jahrhunderts in Diensten des Kurfürsten Truchsess von Waldburg stand und nach dessen Absetzung  und Vertreibung durch den Kurfürsten Ernst von Baiern, in dessen Dienste trat.

Dieser ernannte ihn zum Hauptmann der kurfürstlichen Besatzung in Geseke. Er war auch einige Jahre Bürgermeister, gründete eine Stiftung zum Besten der Armen der Stadt und starb etwa 1608 oder 1609. Seine Söhne ließen ein Ölbild malen, auf dem er in Rüstung vor einem Kruzifix kniend, im Hintergrunde eine Schlacht, dargestellt ist. Dieses Ölgemälde ist zurzeit im Heimatmuseum der Stadt Geseke aufgehängt. Sein Sohn Samuel Hesse, verheiratet mit einer ab Hagen, ist der Erbauer des schönen Giebelhauses -1585- auf der Bachstrasse.
Aus der Ehe der Juliane Hillenkamp und Adam Theodor Hesse gingen 6 Kinder hervor. Adam Theodor Hesse starb am 31.5. 1778, seine Frau 6.8.1781. Das Geschlecht der Hesse ist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgestorben, im Mannesstamme mit Johann Christoph Hesse, dem Sohn von Adam Theodor Hesse, im Weiberstamme in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit den so genannten Hessen-Tanten. Die Großmutter mütterlicherseits meiner verstorbenen Frau, Johanna geb. Arens, war eine Schwester der Hessen-Tanten.

Der älteste Sohn von Wilhelm Hillenkamp, Adam Heinrich Hillenkamp, jur. utr. licentiatus und Bürgermeister von Geseke, heiratete 1756 die Anna Margaretha Sophia Röingh, Tochter des Bürgermeisters Dr. iur. Franz Caspar Röingh in Rüthen, eines Nachkommen der Bargmannen der Burg zu Rüthen, welche letztere der Kürfürst von Köln zum Schutze der Grenze gegen den Grafen von Arnsberg hatte erbauen lassen.

Adam Heinrich Hillenkamp bewohnte zunächst eines der Häuser seines Vaters auf dem großen Hellwege. 1763 erwarb er den "Böddekerhof" am Neutor, eine Besitzung des Klosters Böddeken. Er starb plötzlich am 5.4.1795, 69 Jahre alt. Bürgermeister war er in den Jahren 1759, 1761, 1763, 1775 und 1795.

Aus seiner Ehe waren nachfolgende Kinder hervorgegangen:

  1. Maria Elisabeth getauft 12.7.1757
    Paten: Maria Juliana Hesse geb. Hillenkamp,
  2. Caspar Wilhelm Hillenkamp getauft 12.2.1759
    Paten: Bürgermeister Wilhelm Hillenkamp und Dr. iur. utr. Franz Caspar Röingh,
  3. Bernard Anton Benedict Aloys Hillenkamp getauft 24.3.1761
    Paten: Canonikus Anton Meyer und Adam Hesse,
  4. Maria Theresia Hillenkamp, getauft 31.5.1763
    Pate: Maria Elisabeth Nolten,
  5. Wilhelm Anton Hillenkamp, getauft 13.12.1766
    Pate: Caspar Anton Röingh,
  6. Franz Christoph Hillenkamp, getauft 27.4.1769
    Paten: Vikar Franz Jordan Röingh in Rüthen und Christoph Hillenkamp,
  7. Franz Josef Adam Hillenkamp getauft 25.1.1772
    Pate: Bürgermeister Adam Hesse.

Von diesen Kindern sind anscheinend nur 2 in Geseke geblieben. Eine Tochter, sie wird im Kirchenregister Brigitte genannt, kann aber nur Maria Elisabeth oder Maria Theresia, gewesen sein, heiratete am 22.11.1780 einen Johann Friedrich Becker in Geseke.

Der älteste Sohn Caspar Wilhelm Hillenkamp Dr. utr. jur. und Hofgerichtsadvokat blieb auf dem Böddekerhof, verheiratete sich mit Wilhelmine Adami und ist 1822 gestorbenen.

Kinder von ihm sind:

  1. Bernadine geb. 1794 und verheiratet mit einem Kinkel,
  2. Ferdinand geboren 1796, Offizier in österreichischen Diensten. Er wurde 1814, als der früher erwähnte Hauptmann Caspar Nolten auf Urlaub in Geseke weilte, von diesem mitgenommen, trat als Kadett in das 30. Linien-Inf. Regiment, Lemberg, ein. Zuerst war er in der Kompanie des Hauptmann Nolten. Mit dem Regiment führte ihn sein Beruf und die Kriege nach Siebenbürgen, Ungarn, Italien und Frankreich, als Leutnant teilte er im Oktober 1829 der Heimat den Tod des Hauptmann Nolten mit. Sein Bildnis (Gemälde in Uniform) ist im Besitz von Dr. med. Gerh. Hillenkamp, Hannover.
  3. Theresia geboren 1798 verheiratete sich mit dem Reichsgerichtsrat Turnau, dem bekannten Commentator der Grundbuchordnung,
  4. Lisette geboren 1800,
  5. August geboren 1803, verheiratet mit Betti Therheiden, Stadtrentmeister in Geseke.
    6 Kinder:
    1. Ferdinand, Sanitätsrat Dr. med., Stabsarat d.Res. geboren 30.6.1841 in Geseke, gestorben 2.7.1913 in Hannover, verheiratet mit Ottilie Wrede geb.9.9.1841, gestorben 9.3.1921 in Hannover.
      3 Kinder:
      1. Ferdinand, Sanitätsrat Dr. med., geb. 9.6.1868 in Feltingen, gestorben 13.10.1925 in Hannover, verheiratet mit Hedwig Kratz, geb. 11.12.1870 +17.7.1929,
        1 Sohn:
        1. Gerhard, Dr. med. in Hannover, geb. 27.6. 1897 in Hannover, verheiratet mit Carla Weber geb. 26.8.1899 in Hannover,
          3 Kinder:
          1. Horst geb. 19.10.1922
          2. Wolfgang geb. 1.6.1925
          3. Renate geb. 6.8.1926
      2. Anna, geb. 21.4.1872 im Leudersdorf bei Düren, verheiratet mit Dipl. Ing. Paul Spranger, Gera,
        2 Kinder:
        1. Hans
        2. Margarethe
      3. Karl, geb. 20.2.1875 in Leudersderf bei Düren, verheiratet mit Camilla von Stablewska geb. 25.3.1879. Regierungsbaumeister und Betriebsdirekter der Deutsch-Ost-Afrikanischen Eisenbahngesellschaft in Daressalam. Er starb am 13.1.1918 in Sidi Bishr in Ägypten in englischer Gefangenschaft.
        Eine Tochter:
        1. Gisela, geboren 13.10.1913 in Daressalam, wohnte 1933 in Stuttgart,
    2. Carl, kam im Kriege 1870/71 von Amerika, eilte zu den Fahnen. Beim Artillerie Reg.No.8 fiel er am 19.1.1871 bei Amiens.(Kriegerdenkmal mit Namen auf dem Marktplatz in Geseke)
    3. Pauline, verheiratet mit Sparkassenrendant Josef Tönnies in Geseke, Kinder Josef und Maria,
    4. Hermann verschollen,
    5. Bruno verschollen,
    6. Maria Louise verheiratete sich mit Louis Augustin in Leipzig,
  6. Max Hillenkamp, geboren 22.9.1806, gestorben 4.9.1879, verheiratet mit Franziska Wernze aus Geseke. Kinder:
    1. Maria verheiratet mit dem Inspektor Hermann Haken in Geseke
      5 Kinder; zwei davon fielen im Weltkriege.
    2. Theresia verheiratet mit dem Postmeister Theodor Gaffron in Geseke.
      Eine Tochter:
      1. Anna verheiratet mit Clemens Thoholte (geschieden; gestorben 1933)

Von der Witwe von Theodor Gaffron, die hochbetagt noch in Geseke lebte, wurde der Böddekerhof an die Stadt verkauft.

Der 3. Sohn der Eheleute Wilhelm Hillenkamp und Anna Brigitta Rump Johann Christoph Hillenkamp, Bürgermeister zu Geseke, verheiratete sich am 22.10.1765 mit Elisabeth Saalmann, Tochter der Eheleute Dr. med. Saalmann und Maria Anna Stumelius in Rüthen.

Durch die Ehefrau wurde für die Nachkommen des Christoph Hillenkamp die Verwandtschaft mit den Gründern der Stiftungen Orth ab Hagen und Beda Pape hergestellt.

Die Urgroßmutter mütterlicherseits der Elisabeth Saalmann war Elisabeth von Bilstein, Ehefrau des Bürgermeisters Wilhelm Theodor Höne zu Rüthen. Sie entstammte dem süddeutschen Rittergeschlecht von Bilstein. Mitglieder dieses Geschlechtes waren in und nach dem 30jährigen Kriege in das Sauerland verschlagen und hatten sich dort sesshaft gemacht.

Christoph Hillenkamp hatte die väterliche Besitzung geerbt, war, wie schon bemerkt, Lehnsmann des adeligen Damenstifts und in den Jahren 1791-1794, 1796, 1798, 1800 bis 1802, 1805 und 1308 Bürgermeister von Geseke. Nach der im Jahre 1803 erfolgten Säcularisation des adeligen Damenstifts zu Geseke beabsichtigte er, der Überlieferung gemäß, Güter des Stifts bei Geseke anzukaufen. Seine Frau soll sich diesem Vorhaben mit den Worten: "Er wolle wohl ganz Geseke schlucken!" widersetzt haben. Seit dieser Zeit war eine große Summe Geldes, die Christoph Hillenkamp in einer Lade aufbewahrte, verschwunden. Man munkelte, er habe sie aus Ärger oder wegen der kriegerischen Zeiten vergraben, wagte aber nicht, an ihn dieserhalb heranzugehen. Kurz vor seinem Tode soll er halb blind und der Sprache nicht mehr mächtig, dauernd auf den Boden gezeigt haben. Mein Vater hat nach Jahren, beim Umbau des Hauses, vergebens nach dem vergrabenen Schatz gesucht. Als er einen mitten in einem Grundstück vor der Stadt stehenden Dornbusch durch einen Arbeiter, namens Samson, ausroden ließ, fand er an der Stelle, wo der Busch gestanden hatte, ein mit Backsteinen ausgelegtes Viereck. Auf seine Frage an den Arbeiter, was darin gewesen, entgegnete dieser, er habe es so gefunden, wie es da liege. Einige Monate später wanderte Samson nach Amerika aus.

Elisabeth Hillenkamp geborene Saalmann starb 1807, Christoph Hillenkamp am 25.Juni 1813.
Sie hatten 9 Kinder:

  1. Ferdinand, geboren 12.9.1766, gestorben 17.12.1845, Dr. med. Amtsarzt in Geseke, heiratete am 15.1.1793 Josepha Suren aus Salzkotten. Zu seinem 50jährigen Doktor-Jubiläum, am 24.8.1840, wurde ihm von der Königlichen Friedrich-Willhelm-Universität in Bonn ein Ehrendoktor-Diplom, Pergament mit Zierdrucken, überreicht; von seiner Vaterstadt Geseke ein silberner Pokal und von seinem Collegen, Dr. Schuppmann, Geseke, ein in rotem Sammt gebundenes Buch: "De carbunculo contagioso" (Im Besitze seines Urenkels, Josef Hillenkamp, Berlin-Steglitz).
    Das Grabmal von Ferdinand Hillenkamp, das älteste auf dem Friedhof in Geseke, ist noch gut erhalten.
    Kinder:
    1. Ferdinande, geb. 30.10.1793 gestorben 1859, verheiratet mit dem Kreisphysikus Dr. Friedr. Wilh. Sommerwerck in Büren. Sie war die Pflegemutter des Bischofs von Hildesheim, Dr. Sommerwerck-Jakobi.
    2. Louise geb. 22.5.1796 gestorben Juli 1861,
    3. Therese geb. 9.2.1799 gestorben Januar 1863,verheiratet mit dem Rentmeister Franz Grundhoff zu Eickelborn.
    4. Ferdinand, Dr. med. Kreisphysikus u. San. Rat zu Warburg, geb. 23.8.1801 gestorben 28.4.1869, verheiratet seit 4.1.1829 mit Josefine Kellerhoff
      Kinder:
      1. Rudolf, geb. 30.3.1830, gestorben 19.5.1889 als Amtsgerichtsrat in Bielefeld; verheiratet mit Rosalie Blome aus Salzkotten:
        Kinder:
        1. Franz geb. 13.9.1866, Sparkassendirektor,  unverheiratet gestorben am 21.8.1922 in Paderborn
        2. Wilhelm, Dr. jur. Landgerichtspräsident, geb. 19.7.1868, ledig Paderborn,
        3. Fritz geb. 24.6.1870, Pfarrer in Lage. Nach seiner wegen Kränklichkeit erfolgten Pensionierung noch als Pfarrvikar in Kotterbeck bei Höxter tätig, gestorben 25.11.1931.
        4. Josefine, geb. 22.3.1873 lebt  unverheiratet in Paderborn,
      2. Albert, geb. 14.9.1832, gestorben 30.4.1893, verheiratet m. Maria Prüssen aus Salzkotten, gestorben als Amtmann zu Beverungen ohne Hinterlassung von Kindern,
      3. Maria, geb. 5.10.1844, gestorben 4.3.1926, verheiratet mit dem Sparkassenrendanten Wilhelm Fischer zu Warburg,
        7 Kinder:
        1. Ferdinand Fischer Amtsgerichtsrat in Düsseldorf, geb. 14.9.1866, gestorben 19.7.1931, verheiratet mit Margrit Engels.
        2. Phillip Fischer, Gerichtsassessor in Olpe, geb. 18.5.1870, gestorben 17.1.1899 (ertrunken),
        3. Luise Fischer, geb. 30.3.1872, verheiratet mit Landgerichtsrat Hemann Brüning in Berlin,
        4. Charlotte Fischer, geb. 11.2.1874, Schwester im Kloster zu Answeiler, gestorben 1807,
        5. Heinrich Fischer, Hauptmann im Inf.Reg.No. 56,am 13.9.1914 bei Berry an Bac.
        6. Maria Fischer geb. 1880, verheiratet mit Amtsgerichtsrat August Coerameier in Münster,
        7. Johanna F., geb. 6.12.1887, verheiratet mit Rechtsanwalt Tenge, Warburg,
      4. Ferdinande, geb. 17.11.1846. gestorben 9.8.1928, verheiratet mit dem Fabrikanten Louie Finke in Warburg.
        2 Kinder:
        1. Josefa, geb. Juli 1866, gestorben 28.1.1926
        2. Franz, geb. Oktober 1868, Apotheker in Höxter.
      5. Johanna, geb. 20.7.1850, gestorben 10.11.1924, verheiratet 10.11.1924, verheiratet mit dem Kreisrichter Viktor Dammann in Warburg.
        2 Kinder:
        1. Heinrich D., geb. Januar 1873, Rechtsanwalt in Oberhausen. Gefallen im Kriege am 5.12.1914 als Kompanie-Führer der 11. Komp. Res.Inf.Reg. 220 bei Bytomsko in der Schlacht bei Limanowa-Lapanew(Galizien)
        2. Johanna, geb. Mai 1874, lebt ledig in Warburg,
    5. Sophie, geb. 30.9.1803 gestorben 1874, verheiratet mit dem Rentmeister Ferdinand Suren in Drensteinfurt.
    6. Josef, Kgl. Bauinspektor, geb. 18.5.1806, gestorben 23.4.1860 in Grausens, verheiratet am 9.10.1838 mit Auguste Schröder aus Paderborn, geb. 12.7.1814, gestorben 13.10.1872,
      Kinder:
      1. Josefine, geb. 28.12.1839 in Paderborn, gestorben 2.4.1884 in Essen, verheiratet seit 3.5.1870 mit Baurat Karl Niedieck, 7 Kinder.
      2. Maria, geb. 26.12.1840. Von 1862 ab Ordensschwester. Am 05.10.1875 erfolgte ihre Abreise, als Schwester Auguste in die Congregation "Schwestern der christlichen Liebe", über Bordeaux nach Chile. Dort ist sie in Concepciòn am 11.6.1926 gestorben.
      3. Mathilde, geb. 14.9.1842, seit 1867 Nonne Johanna der Congregation de Notre Dame im St. Michaelkloster zu Paderborn. Nach 3jährigem schweren Leiden dort am 28.12.1881 verstorben
      4. Ferdinand, geb. 28.9.1844. Seit Herbst 1862 Mitglied der Gesellschaft Jesu. Herbst 1868 als Missionar nach Bombay, seit 1878 Militärgeistlicher bei der englischen Armee, 1887/90 Superior von Pooma etc. In Quetta(Beluschistan) baute er eine herrliche Kirche. Er war 51 Jahre ununterbrochen in Indien, davon 36 Jahre bei den Soldaten (Irländern), von diesen und den Offizieren bis hinauf zu den Generälen, hochgeschätzt. Auch für die indischen Soldaten hat er viel getan. Von Sir Earl Roberts wurde er öffentlich ausgezeichnet. Er starb im St. Josefs-Heim in Bombay am 17.4.1920 im Alter von 75 Jahren.
      5. Wilhelm, Königlicher Baurat, geb. 28.12.1846 in der Stadt seiner Väter, Geseke, weil sein Vater dort wegen des Baues der Köln-Mindener-Eisenbahn vorübergehend ansässig war. Er studierte in Berlin. Den Krieg 1870/71 machte er mit und wurde durch Armschuss verwundet. Von seinen Kriegserlebnissen veröffentlichte er: "Die Erstürmung von St. Privat de la Montagne". Ausserdem sind von ihm erschienen: "Inschriften und Denkmäler der Willibrodikirche in Wesel", "Die Nürburg", sowie Artikel in Fachzeitschriften: "Die Restaurierung des alten Schlosses in Andernach" etc. Er war in den Jahren 1877/78 Stadtbaumeister in Münster, darauf Kreisbaumeister in Braunsberg, Landesbauinspektor bei der Regierung in Gumbinnen, dann 14 Jahre lang Kreisbauinspektor in Wesel, 1 Jahr in Trier und 5 Jahre in Andernach. Er wurde mit dem Roten Adlerorden IV Klasse ausgezeichnet.
        Am 17.5.1877 verheiratete er sich in I. Ehe mit Helene Kleine aus Berlin, dortselbst geboren am 26.5.1852. Seine Frau entstammte einer Offiziersfamilie. Ihr Vater war Hauptmann beim Artillerie Regiment No.3 gewesen, alsdann Bürgermeister in Berncastel und zuletzt Polizeihauptmann in Berlin. Ihr am 20.1.1847 geborener Bruder August wurde ebenfalls Offizier und war zuletzt Oberst. Dessen Sohn Rudolf Kleine, geboren am 28.8.1886, war ab 14.6.1905 Leutnant beim Infanterie-Regiment No.65. Bereits 1913 bei den Fliegern, zeichnete er sich im Weltkriege hervorragend aus, wurde im Oktober 1914 im Luftkampf verwundet. Am 24.7.1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Zu seinen bereits erhaltenen Ehrenzeichen, dem Eisernen Kreuz I. u. II. Klasse, erhielt er später das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern. Nach vielen ruhmreichen Flügen wurde er am 23.6. 1917 zum Kommandeur des Kampfgeschwaders III ernannt. Außer einer Reihe anderer Flüge nach England, führte er sein Geschwader allein 7-mal nach London. Am 4. Oktober 1917 wurde ihm der höchste Orden, Pour le mérite, verliehen. Am 12.12. 1917 bei einem kleinen Bombenflug nach Ypern ist er gefallen.
        Aus der Ehe des Baurat Wilhelm Hillenkamp mit Helene Kleine starben 5 Kinder frühzeitig. Weitere drei überlebten die Mutter, welche am 17.5.1886 in Gumbinnen starb:
        1. Therese, geb. 2.7.1878, Städt. Lehrerin, Berlin-Wilmersdorf,
        2. Josef, geb. 10.10.1879, Er wählte als Beruf Landwirtschaft. 1896 - 1898 war er als Eleve auf dem Rittergut Burg Bühne. Nach Besuch des landwirtschaftlichen Technikums im Leichtlingen bei Köln hatte er verschiedene Stellen u.a. als Revisor und Gutsrendant inne und war zuletzt fürstlicher Rechungsführer bei dem Fürsten zu Solm-Baruth. Am 25.10.1914 verheiratete er sich mit Alma Gebhard, geb. 18.7.1887 in Baruth.
          Sohn:
          1. Wilhelm, geboren 15.7.1917 in Baruth-Schloss.
        3. Helene, geb. 28.6.1884, Lehrerin im höheren Schulfach, verheiratet mit Sanitätsrat Dr. med. Anton Gottesacker in Kempenich-Eifel.
          1 Tochter: Helene.

        In zweiter Ehe heiratete Wilhelm Hillenkamp Ferdinande Hillenkamp, geb. 9.5.1857 in Geseke, Lehrerin bzw. Erzieherin, eine Urenkelin des Christoph Hillenkamp und der Elisabeth Saalmann, von dem auch Wilhelm Hillenkamp ein Urenkel war.
        Aus dieser Ehe gingen 5 Kinder hervor. Als erstes ein Söhnchen Ferdinand, das, wenige Wochen alt, starb. Baurat Wilhelm Hillenkamp starb plötzlich an Herzlähmung auf einer Dienstreise am 10.9.1907 in Hatzenport a.d. Mosel.
        4 Kinder:

        1. Cornelia, geboren 27.10.1888, Lehrerin im höheren Schulfach, verheiratete sich mit Kaufmann Wilhelm Lichtherz aus Düsseldorf.
          3 Kinder:
          1. Cornelia, früh gestorben,
          2. Rudolf,
          3. Werner,
        2. Rudolf, geb. 23.3.1893. Er erwählte den Offiziersberuf, wurde bei Ausbruch des Krieges Leutnant im Inf. Reg. No. 67 in Metz. Wenige Wochen nach Kriegsbeginn, am 24.8.1914, fiel er, von 4 Kugeln getroffen, im Gefecht bei dem Dorfe Nouillonpont in Frankreich. Seine Ruhestätte ist in St. Pierre église neben der Dorfkirche.
        3. Wilhelm, geb. 31.12.1894, erwählte den Kaufmannsberuf. 1914 war es für ihn, wie für tausende andere, eine Selbstverständlichkeit, in die Reihen der Kriegsfreiwilligen einzutreten. Nach kurzer militärischer Ausbildung im Inf. Reg. 236 fiel er am 24. Oktober 1914 bei den Kämpfen in Westflandern bei Poelkapelle. - Binnen weniger Wochen musste die Mutter ihre beiden einzigen Söhne für die Freiheit des Vaterlandes opfern.
        4. Elisabeth, geboren 22.6.1897, verheiratet mit dem Preuss. Zahlmeister Paul Moeves in Cannstatt bei Stuttgart. Kinderlos starben beide im Jahre 1932. Ihre Ruhestätte ist auf dem Friedhof in Stuttgart-Cannstatt.
      6. Therese, geb. 8.1.1848 in Warburg. Zuerst war sie Erzieherin in der Familie des Barons von Brenken in Wewer. Säter leitete sie ein Menschenalter hindurch, die Höhere Mädchenschule in Eschweiler bei Aachen. Sie betätigte sich schriftstellerisch und schrieb unter dem Namen "Anna Hilden" eine Menge schöner Erzählungen für die Jugend. Auch als 2. Vorsitzende des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen erwarb sie sich große Verdienste. Sie starb am 18.2.1921.
      7. Ferdinande, geb. 13.1.1850, als dreijähriges Kind gestorben am 24.7.1853 in Marienwerda,
      8. Anna, geboren 14.4.1852, gestorben am 5.10. 1875 als Postulantin der Congregation de Notre Dame in St. Michaelskloster in Paderborn.
      9. Auguste, geboren 14.2.1855, gestorben im Dezember 1907, verheiratete sich mit Leon Winkin, Lüttich,
        3 Kinder: Leon, Maria und Wilhelm sind nach dem Kriege verschollen.
    7. Jenni, geb. 26.9.1808. verheiratet mit Clemens Hemmerling. 1 Sohn: Franz, Apotheker in Biggi
    8. Fritz, Apotheker, geb. 15.5.1811, verheiratet mit Anna Köchling, Brilon, verwitw. Varnhagen.
      1 Tochter: Ferdinande, verheiratet mit Eberhard Unkraut.
    9. Franz, geb. 22.11.1813, gestorben 17.2.1877, verheiratet mit Josefine Forell, Rentmeister und Sparkassenrendant in Geseke.
      Kinder:
      1. Anna, geboren 17.3.1850,  unverheiratet gestorben 27.1.1921
      2. Ferdinand, Geheimer Justizrat geboren 17.12.1854, gestorben l1.2.1930, verheiratet mit Hennie Russell.
        6 Kinder:
        1. Franz, Refrendar, geb. 8.4.1891. Im Weltkrige am 9.3.1915 bei Mala-Wiece in Russisch-Polen gefallen.
        2. Annie, geb. 14.3.1892, Lehrerin im höheren Schulfach,
        3. Ferdinand, Amtsgerichtrat in Essen, geb. 22.2.1894, verheiratet mit Lotte Russell. Kinder: Beate, geboren 8.9.1933
        4. Maria, Leherein, geb. 2.9.1896, gestorben 23.9.1933 in Münster,
        5. Elisabeth, geboren 2.9.1896, gestorben 10.9.1896
        6. Josef, Gerichtsassessor in Berlin, geb. 19.9.1901, verheiratet mit Erika Witting, Kinder: Barbara, geb. 23.8.1933
      3. Josef, Jesuit in Innsbruck, geboren 28.4. 1857. Er verbrachte die ersten Jahrzehnte in Geseke, Warburg, Innsbruck, Mold (North-Wales England), dort am 8.9.1885 Priesterweihe. Von England 1886 über London-Wien nach St. Andrä, später Florenz; 1894-1896 Rom; schwer erkrankt kehrte er zur Provincia Austriae zurück, war 4 Jahre im großen Colleg Kalksburg bei Wien, später in Pressburg; seit 1911 in Innsbruck. Er betätigte sich schriftstellerisch. Was veröffentlicht wurde steht im K. Lit. Kalender, Kelter D. 1926.
  2. Adam Werner, geb. 8.5.1768, gest 1833 als Pfarrer in Niederntudorf.
  3. Anna, Maria Theresia, geb. 15.5.1770, gestorben 1842, verheiratet mit dem Gutsbesitzer Josef Wiese zu Velmede bei Meschede.
  4. Caspar Anton, geb. 1.9.1772 verheiratet mit Gertrud Becker.
    Kinder:
    1. Franz Christoph, geboren 07.11.1801 in Velmede, um 1830 nach Amerika ausgewandert, gestorben 10.09.1869 in Cottleville, St. Charles, Missouri USA hatte mit Margurietta Blauff 5 Kinder.
    2. Adolf, geb. 7.10.1801, Kaufmann, verheiratet mit Catharina Solf, gestorben März 1869. Kinder:
      1. Hermann, geb. 13.6.1838, Dr. med. zu Lippstadt, gestorben 16.9.1884, verheiratet mit Mathilde Linnhoff.
        Kinder:
        1. Max, Landgerichtsrat, geb. 14.12.1867, verheiratet mit Ella Bergenthal und wohnt in Duisburg. Keine Kinder.
        2. Hermann, Forstmeister in Glindfeld bei Medebach, geboren 20.1.1871, verheiratet mit Emmy Danckelmann. Die Ehe blieb kinderlos.
        3. Ernst, Landgerichtsrat in Krefeld, geboren 19.7.1872, verheiratet mit Auguste Hellweg.
          7 Kinder:
          1. Bertha, geboren 12.2.1907
          2. Mathilde, geboren 2.2.1908
          3. Margreth, geboren 3.6.1909
          4. Hermann, geboren 10.10.1910
          5. Ulrich, geboren 5.4.1912
          6. Ernst-Ludwig, geboren 15.5.1917
          7. Maria-Luise, geboren 14.8.1922
        4. Josef, Dr. jur. Amtsgerichtsrat in Opladen geboren 15.12.1878, verheiratet mit Clara Frings,
          5 Kinder:
          1. Helmut, geboren 19.6.1914 Maria-Therese 31.3.1919
          2. Maria-Therese, geboren 31.3.1919
          3. Hildegard, geboren 25.12.1920
          4. Otto, geboren 21.12.1922
          5. Max-Hermann geboren 18.1.1925
        5. Therese, geboren 28.9.1881, verheiratet mit Hauptmann Bergenthal,
          Sohn:
          1. Hubert Bergenthal
      2. Maria, verheiratet mit dem Geheimen Medizinalrat Claus zu Warburg, 5 Kinder.
  5. Heinrich Josef, geb. 6.5.1774, gestorben als Kind,
  6. Friedrich Anton, getauft 8.1.1776, gestorben zu Geseke als Vikar 1829,
  7. Bernard Josef, geb. 1.2.1778 (mein Großvater) (siehe unten)
  8. Brigitta, getauft 12.2.1780, verheiratet mit Friedrich Adami zu Geseke, gestorben 1819. Ihre Tochter heiratete den Erbsülzer Fritz Suren zu Salzkotten,
  9. Friedrich Christoph, getauft 17.10.1782, der jüngste Sohn von Christoph Hillenkamp und Elisabeth Saalmann.
    Durch Vermittlung des Damenstifts zu Geseke — sein Vater war, wie erwähnt, Lehnsmann des Stifts — trat er in österreichische Dienste, wurde bald Offizier und machte den Krieg Österreichs gegen Napoleon I mit.
    In der Schlacht bei Austerlitz geriet er verwundet in französische Gefangenschaft und wurde in der Festung Grata interniert, aus der er entfloh und sich seinem Truppenteil wieder anschloss. Bei einem nächtlichen Patrouillenritt stürzte er mit seinem Pferde in eine Steinkuhle, in der er, mit gebrochenen Armen und Beinen, unter seinem toten Pferde liegend, erst nach zwei Tagen und Nächten aufgefunden wurde.
    Ehrenvoll als Militärinvalide entlassen, starb er schon am 7.11.1808.

Mein Großvater Bernard Hillenkamp übernahm schon vor dem Tode seines kränklichen Vaters das väterliche Gut, Am 22.Juli 1808, abends gegen 11 Uhr, wurde ihm in der vor dem Osttor gelegenen Mariahilfs-Kapelle die Anna Maria Elisabeth Nolten, Tochter der Eheleute Bürgermeister Heinrich Nolten und Angela Helena geb. Murarius. durch seinen zukünftigen Schwager, den Vikar der Stiftskirche, Heinrich Nolten, angetraut. Zeugen der Trauung waren der Amtsschreiber Friedrich Adami, sein Schwager Josef Nolten, ebenfalls ein Bruder der Braut, beide zu Geseke.

Aus dieser Ehe ging als erstes Kind der Sohn Wilhelm hervor, geboren 16.7.1809. Er widmete sich dem juristischen Studium, liess sich als Rechtsanwalt in Meschede nieder, heiratete am 4.6.1842 Christine Jehn aus Geseke (geb. 5.11.1814 gestorben 22.5.1908) und starb als Justizrat am 28.8.1873.
6 Kinder:

  1. Wilhelm geb. 17.8.1843. Von ihm erzählt man, dass er ein Hüne von Gestalt, sich im Dänenkriege hervorragend auszeichnete. Er wanderte nach Amerika aus und starb dort ledig am 19.7. 1878.
  2. Carl, geb. 2.2.1846, gestorben 9.3.1913. Er studierte Philosophie, wanderte in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Amerika aus, verheiratet sich dort am 10.10.1890 mit Paula Torbrüggen und wurde Direktor eines Mädchengymnasiums in Milwaukee.
    1 Sohn:
    1. Paul, geboren 5.11.1895, verheiratet und geschieden.Aus seiner Ehe ging ein Kind hervor.
  3. Bernhard, Kaufmann in Essen, geb. 17.3.1848, gestorben 21.8.1892, Teilnehmer des Feldzuges 1870/71, verheiratete sich 1889 mit Helene Falkenstein (geb. 2.8.1867 gestorben 12.8.1928)
    Kinder:
    1. Wilhelm, Arbeitsvermittler beim Arbeitsamt in Ibbenbühren, geboren 8.1.1890. Er verheiratete sich am 24.5.1917 mit Josefine Pelke (geb. 31.10.1889). Bei den 8. Jägern machte er den Weltkrieg von Anfang Febr. 1915 bis Okt. 1917 mit. Er nahm teil an den Kämpfen im Westen: Vogesen, Verdun, Sommeschlacht; im Osten an der Brussolow Offensive in Macedonien, an den Kämpfen am Vardar, Doiran-See, sowie an der albanischen Grenze zwischen Prosta- und Orchroda-See. Malariakrank kehrte er in die Heimat zurück.
      7 Kinder:
      1. Therese, geboren 13.7.1919
      2. Bernhard, geboren 3.6.1921
      3. Heinrich, geboren 19.1.1924
      4. Magdalena, geboren 24.5.1926, gestorben 4.5.1927
      5. Georg, geboren 28.1.1928
      6. Christel, geboren 28.1.1928
      7. Elisabeth, geboren 5.9.1931
    2. Elisabeth, geb. 9.3.1891, lebt unverheiratet in Bonn.
    3. Wilhelme, geb. 15.6.1892, verheiratet seit 15.10. 1932 mit Ludwig Renard in Friedrich-Wilhelm-Hütte bei Bonn.
  4. Franz, geb. 5.11.1849, verheiratet am 19.9.1880 mit Louise Düringer (geb. 27.1.1868 gestorben 28.5.1931)
    Mit seinem Bruder Carl kam er nach Amerika, ließ sich in Toledo, im Staate Ohio, nieder und wurde amerikanischer Bürger. Er brachte es zu Wohlstand und hohem Ansehen, sodass man ihn in den Congress zu Washington wählte. Seine alte Heimat besuchte er, schon 82 Jahre alt und noch immer ein großer, stattlicher Mann in wallendem Vollbart, im Jahre 1931/32.
    3 Kinder:
    1. Robert, geb. 6.10.1881, tödlich verunglückt am 4.11.1926.
    2. Etna, geb. 17.3.1884, verheiratet mit James Mason. 3 Kinder.
    3. Irma, geboren 5.2.1891, seit 3.6.1911 verheiratet mit Dir. C. Stephenson,
      1 Tochter:
      1. Elsa-Louise, geb. 2.3.1917.
  5. Christine, geb. 24.9.1852, ledig gestorben in Essen am 15.8.1932,
  6. Wilhelma, geb. 28.5.1855, lebt fast 80 Jahre alt, in Essen, woselbst auch ihre Mutter, fast 94 Jahre alt, gestorben ist.

Der zweite Sohn von Bernhard Hillenkamp war mein Vater Caspar Rudolf Hillenkamp geb. 14.4.1814. Er besuchte die Volksschule und das Gymnasium seiner Heimatstadt, war in Welschenennest im Sauerland als landwirtschaftlicher Eleve tätig und übernahm nach seiner Rückkehr in die Heimatstadt das väterliche Gut und den damit verbundenen Gasthof. Soweit seine Berufsgeschäfte ihm Zeit ließen, widmete er sich dem Studium der Geschichte und der französischen Sprache, sodass er im Stande war, die Memoiren Napoleons I in der Ursprache zu lesen. Seine Geschichtskenntnisse gingen bis zu den Ägyptern und Chaldäern. Erstaunlich war sein Gedächtnis. Er war ein Autodidakt im wahrsten Sinne des Wortes, ein gelehrter Landwirt. Oft haben wir als Kinder seinen Erzählungen, unter denen auch, wie es in der Biedermeierzeit noch Gebrauch war, die Spukgeschichten eine große Rolle spielten, mit gespannter Aufmerksamkeit gelauscht. Stattlich und groß von Gestalt, schlug er in das Geschlecht seiner Mutter, der Nolten. Auch in ihm steckte schon als Knabe, wie meine Großtante, Franzisca Nolten, die bei ihm im Hause wohnte, erzählte, die Neigung zum Soldatenstande. Sein Patenonkel, Hauptmann Caspar Nolten, wollte ihn in Österreich in einer Kadettenanstalt unterbringen. Leider starb er zu früh, um seine Absicht ausführen zu können. Mein Vater war ein tief religiöser, ernster und aufrechter Mann, hoch angesehen in der Bevölkerung. In den städtischen Ämtern ist er jahrelang als Stadtverordneter und Beigeordneter tätig gewesen, auch dem Kirchenvorstand gehörte er an.

Bis zur Erbauung der Eisenbahn ging der ganze Personenverkehr und Güteraustausch per Achse über die alte Heerstrasse, den Hellweg, in dessen Mitte der Gasthof der Hillenkamp lag. An manchen Tagen, so erzählte mein Vater, besonders kurz vor den großen Messen in Magdeburg und Leipzig war außer dem Hofraum des Gasthofs der ganze Hellweg vom West- bis zum Osttor mit Planwagen und Kaleschen besetzt. Kleine Fässchen mit Dukaten wurden zur Sicherheit im Hause untergebracht; das Geld wurde, wie heute noch gesagt wird, schürzenvoll in die Lade geschüttet. Dies alles hörte mit Eröffnung der Eisenbahn mit einem Schlage auf. Der Hellweg verödete. Der Gasthofsbetrieb wurde nach 200jährigem Bestehen von meinem Vater aufgegeben.

Er heiratete, etwas über 34 Jahre alt, am 22.Aug, 1848 die erst 18 jährige Maria Muder, Tochter der Eheleute gräflich von Westphalenscher Förster Dominikus Muder und der Agnes, geb. Krone zu Salzkotten. Meine Mutter, schon früh Weise, wurde im Hause ihrer Verwandten, Blome, in Salzkotten, zu einer tüchtigen Hausfrau erzogen. Mit liebevoller Strenge erzog sie ihre große Kinderschar. Sie war stets eine Wohltäterin der Armen und Bedrückten. Sie schenkte meinem Vater 10 Kinder von denen 2 im jugendlichen Alter verstarben.

Im Jahre 1880 verkaufte mein Vater das Stammhaus auf dem Hellweg an einen Aronstein, von dem es auf den noch heute im Besitze befindlichen Bühlmeyer überging. Der Grund dafür lag darin, dass keiner seiner Söhne Landwirt wurde. Er baute sich am Neutor an, woselbst er und seine Frau auch gestorben sindMeine Mutter starb, tief betrauert von ihrem Gatten und den Kindern nach mehrmaligen Schlaganfällen am 7.5.1888. Mein Vater starb an den Folgen der Wassersucht kurz nach Vollendung des 81. Lebensjahres am 26. April 1895.

Von meinen Großeltern starb Bernard Hillenkamp am 8. Okt.1848, Elisabeth Hillenkamp geb. Nolten am 9.2.1849.

Außer den genannten beiden Kindern waren aus ihrer Ehe noch ein Sohn und eine Tochter hervorgegangen. Der Sohn starb als Knabe, die Tochter unvermählt 1858.

Das älteste Kind meiner Eltern, Elisabeth, geboren 5.9.1849, gestorben 25.3.1917, heiratete am 7.10.1871 den Apotheker Dr. Carl Jehn zu Geseke (geb. 14.10.1845 gestorben 27.11.1923)
Kinder:

  1. Maria, verheiratet mit Julius König, 4 Kinder.
  2. Elisabeth, gestorben
  3. Rudolf, nach Amerika ausgewandert
  4. Cornelia, gestorben
  5. Hilde, verheiratet in Höxter
  6. Walter, Apotheker, wohnt zur Zeit in Höxter. Außer diesen starben mehrere Kinder im jugendlichen Alter.

Mein Bruder Heinrich, geb. 4.10.1851, gestorben 27.8.1912, widmete sich dem Kaufmannestande, wurde später Geschäftsführer des Kinkel'sehen Speditionsgeschäfts in Hagen, woselbst er sich mit Maria Feldebert geboren ???, gestorben 24.2.1912, verheiratete.
Kinder:

  1. Rudolf, mit 21 Jahren gestorben,
  2. Maria, geb. 5.11.1879 verheiratet mit Musikdirektor Alfred Melchers in Remscheid.
    3 Kinder:
    1. Felicitas, geb. 1.5.1900, verheiratet mit Fritz Korf, Remscheid,
      3 Mädchen:
      1. Ingeborg
      2. Gabriele
      3. Ursula
    2. Alfred, geb. 2.11.1902, Fabrikant, verheiratet mit ???,
      2 Mädchen:
      1. Christel,
      2. Ursula,
    3. Alex, geboren 18.7.1903, Graphiker,
  3. Martha, geb ??? verheiratet mit Kaufmann Josef Bräutigam, Rio de Janeiro,
    3 Kinder:
    1. Marthina
    2. Lilli
    3. Franz-Josef
  4. Paul, geboren ??? Fabrikant in Remscheid, verheiratet mit Betty Röhrig,
    1 Tochter:
    1. Gertrud, geb. ???
  5. Walther, geb. ??? Regierungsrat in Königsberg i/Pr., verheiratet mit Friedel ???,
    1 Sohn:
    1. Winfried, geb. ???
  6. Hedwig, geb. ??? verheiratet mit Zahnarzt Fritz Zimmermann; wohnt in Münster,
    4 Kinder:
    1. Hedwig
    2. Adelheid
    3. Fritz
    4. Ernst
  7. Max, geboren ??? Offizier zur See, verheiratet mit Käthe Niedeck aus Hamburg.
    3 Kinder: ??? (Namen unbekannt)
    In jungen Jahren trat er bei der Handelsmarine ein; als Offizier machte er in Kriege die Skagerrak-Schlacht mit. In den Ruhrkämpfen Offizier bei der Brigade Ehrhard. Später in Hamburg Dolmetscher im Freihafen, dann ohne Beschäftigung. Seit 1933 nicht mehr in Hamburg ansässig, wahrscheinlich nach Süd-Amerika ausgewandert.
  8. Ferdinand, geboren ???, Kaufmann, fiel im Weltkriege am ??? bei Lüttich.
  9. Ernst, geboren ???, Kunstmaler, als Kriegsfreiwilliger gefallen am ???

Meine Schwester Maria, geboren 22. Juli 1853, heiratete in erster Ehe Werner Gutheim - 1 Sohn:

  1. Rudolf, verheiratet in Velen bei Coesfeld,
    4 Kinder:
    1. Anna, Karl, Fritz und Max

— in zweiter Ehe mit dem Apotheker Ferdinand Henze, geboren 24.11.1846, gestorben 4.12.1922,
Kinder:

  1. Anton. Dr. med. in Erfurt, verheiratet,
    2 Kinder:
    1. Eberhard
    2. Bernhard
  2. Maria, verheiratet mit Bernhard Stille,
    4 Kinder:
    1. Maria
    2. Franz-Joseph
    3. Bernhard
    4. Ferdinand
  3. Therese, verheiratet mit Fritz Grotthoff, Arnsberg,
    2 Kinder:
    1. Wilfried
    2. Marianne.

Der Verfasser selbst, Rudolf Hillenkamp, geb. 7.9.1855, heiratete am 7.10.1890 in erster Ehe Johanna Arens, Tochter der Eheleute Dr. med. Theodor Arens und Franzisca geb. Haken. Zwei Jahre nach deren am 2.2.1904 erfolgten Tode heiratete er in 2. Ehe Anna Eberschweiler, Tochter der Eheleute Franz Eberschweiler und dessen verstorbener Frau geb. Fritsch. Die Ehe blieb kinderlos.

Aus der ersten Ehe gingen 5 Kinder hervor:

  1. Elisabeth -Elly- geb. 16. April 1892 in Essen, heiratete in Januar 1922 den damaligen Regierungsobersekretär, später Amtmann Fritz Wiemers und starb im erstem Kindbett am 13.5.1923 mit Hinterlassung eines Töchterchens Hildegard.
  2. 2) Rudolf, geb. zu Warburg am 20.1.1894, absolvierte das Gymnasium zu Warburg 1913, studierte Medizin und trat bei Ausbruch des Weltkrieges beim Regiment 158 als Kriegsfreiwilliger ein, kämpfte zunächst in der Champagne und vor Verdun, wurde zweimal verwundet, kam dann als 0ffizier zum Bremer Hanseaten Regiment 75, war lange Zeit Ordonnanzoffizier bei der 17.Infanterie-Division und endlich Fliegeroffizier in Lothringen bis zum Kriegsende, Als nach Kriegsende der Spartakistenaufstand ausbrach, kämpfte er gegen diese im Freikorps Gabcke, wurde danach Polizeioffizier und endlich Bankbeamter. Als solcher wurde er in Folge der Wunden und Strapazen des Krieges im Jahre 1923 von einem Lungenleiden befallen, das ihn nach monatelangem Siechtum am 13.8.1923, 3 Monate nach dem Tode seiner Schwester Elly dahinraffte. Seine Ruhestätte ist auf dem Geseker Friedhof in der Kriegerreihe.
    Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse, des Bremer Hanseaten-Kreuzes und des Verwundetenabzeichens. Ein hochbegabter Sohn wurde mir in ihm entrissen.
  3. Georg geboren zu Warburg am 15.9.1895. Er trat nach dem Kriegsabitur als Kriegsfreiwilliger bei den Pionieren in Hannoversch-Münden ein — später beim Pionierbataillon I, Königsberg, — war in der Winterschlacht in Masuren, bei Dünaburg, bei Riga, an der Aa, in Frankreich und Belgien als Pionier tätig, wurde zweimal verwundet und Vizefeldwebel mit der Qualifikation zum Reserveoffizier. Nach dem Kriege trat er zunächst in den Eisenbahndienst, dann in den mittleren Justizdienst, woselbst er noch jetzt als Justizobersektretär in Höxter tätig ist. Er verheiratete  sich mit Päule Cremer und ist Vater von vier Kindern. Er ist Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse.
    Kinder:
    1. Rudolf, geboren 24.5.1925,
    2. Hans-Jürgen, geboren 28.5.1927
    3. Wolfgang, geb. 11.11.1935
    4. Ingrid, geb.10.01.1939.
  4. Walther, geboren zu Warburg am 12.3.1897. Auch er machte das Kriegsabitur und trat zunächst als Kriegsfrei­williger bei der Artillerie in Kassel ein, kam zu einer Abwehrbatterie in Frankreich, dann an die Dardanellen in der Nähe von Konstantinopel. Nach Deutschland zurückgekehrt, war er bei einer Abwehrbatterie in Lothringen, meldete sich als Fahnenjunker und wurde nach Ausbildung im Jahre 1918 Offizier beim Regiment No. 25 Ton Lützow - Aachen -, kämpfte in Frankreich und Flandern und wurde mit seiner Kompanie beim Rückzugsgefecht von den Engländern gefangen genommen und in einem Offiziersgefangenenlager in der Nähe von Wickfield interniert. Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft wurde er längere Zeit bei einem Abwicklungskommando beschäftigt, war dann in Berlin und Geseke, später in Mülheim-Ruhr und Düsseldorf bei den Vereinigten Stahlwerken etwa 10 Jahre tätig. Abgebaut, erwirbt er sich zur Zeit (1933) seinen Lebensunterhalt durch Vertretung größerer Firmen. Er ist Inhaber des Eisernen Kreuzes II. und I. Klasse und des eisernen Halbmondes.
  5. Carl, geboren 26.1.1901 starb als Kind 26.5.1902.
    Von den Enkeln meines Vaters fielen 5 vor dem Feinde im Weltkriege.
    Von meinen übrigen Geschwistern heirateten Ferdinande, geb. 9.5.1857, den Baurat Wilhelm Hillenkamp in zweiter Ehe des letzteren. Aus dieser Ehe gingen 5 Kinder hervor.
    Meine Schwester Cornelia, geb. 30.9.1859, blieb unverheiratet.Mein Bruder Josef, geboren 13. August 1861 besuchte die Rektorratsschule in Geseke. Später kam er zur weiteren Ausbildung zum Jesuitenkloster nach Feldkirch, in Tirol und dann nach Paderborn. Er wurde Kaufmann, bestand seine Lehrzeit in Ahlen i/W., sattelte um, war bei seinem Schwager, dem Baurat Hillenkamp, Wesel, beschäftigt und kam alsdann als Markscheidergehülfe zur Gutehoffnungshütte Akt.-Ges., Oberhausen-Rhld, blieb dort bis zu seiner Pensionierung 1927.
    Er verheiratete sich, 32 Jahre alt, mit Paula Bollens, geb. 3.3.1868, Tochter der Eheleute Heinrich Bollens, Kgl. Hafenkassen-Assistent, gebürtig aus Höxter und Franzisca geborene du Moulin aus Düsseldorf.
    Kinder:
    1. Wilhelm, geboren 10.3.1894 in Oberhausen. Er wählte den Kaufmannsberuf, war in Oberhausen und Östrich i/Rheingau beschäftigt. 1914, bei Ausbruch des Krieges, trat er als Kriegsfreiwilliger bei dem 7. Pionier-Bataillon, Köln, ein. Bereits am 25. Januar 1915, im Kampfe gegen die Engländer bei La Bassée, starb er den Tod fürs Vaterland. Kriegerdenkmal mit Namenstafel in den Rheinanlagen Östrich i/Rheingau.
    2. Heribert, geboren 15.0ktober 1895 in Oberhausen, Angestellter bei der Gutehoffnungshütte Akt.-Ges., Oberhausen. Am 6. August 1914 bei Ausbruch des Krieges trat er als Kriegsfreiwilliger ein, kämpfte zuerst beim Res.Inf.Reg. 220, sodann beim Grenadier Regiment No.3 und 4
      1914 bei Verdun und in den Beskiten (Galizien)
      1915 Vormarsch Tarnow-Gorlice bis Brest-Litowsk, Rokitno-Sümpfe,
      1916 Verdun, 1917 Dünaburg, Champagne,
      1918 Champagne und Vormarsch;
      ab August 1918 Gefangenschaft in Frankreich - Rouen, Arras - Rückkehr 4.Febr. 1920,
    3. Hermann, geboren 4.3.1901, Oberhausen, kaufmännischer Angestellter (zur Zeit ohne Arbeit)
    4. Maria, geboren 18.3.1903, Oberhausen
    5. Paula, geboren 21.4.1905,
    6. Max, geboren 14,7.1907, Stadtsekretär in Oberhausen,

Meine Schwester Agnes, geboren 6. Oktober 1869 unverheiratet.
2 Kinder meines Vaters starben im jugendlichen Alter. Ich hoffe, dass meine Nachfahren, Geschwister, Vettern, Neffen usw. die Familiengeschichte weiter führen.


Verfasst von Rudolf Hillenkamp 1933